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		<title>Outing</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Richard Lenzen: →eine Klammer fehlte wohl...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt einen Begriff der Homosexuellenbewegung. Für den gleichnamigen österreichischen Film siehe [[Outing (Film)]].}}&lt;br /&gt;
'''Outing''' ist ein aus dem [[Englische Sprache|Englischen]] übernommener Begriff der [[Schwulen- und Lesbenbewegung]], der sich zu Beginn der 1990er Jahre auch in der [[Deutsche Sprache|deutschen Sprache]] durchsetzte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verb „jemanden outen“ wird verwendet im Sinne von „jemanden einer Sache bezichtigen, die bis dahin geheim war“ (und die viele Geoutete gerne weiterhin geheim halten würden).  Dabei geht es oft um sexuelle Themen (Beispiele: „outete ihn als [[Ehebruch|Fremdgänger]]“ oder „... als [[Prostitution|Bordell-Stammkunden]]“), aber nicht nur (Beispiele: „outete ihn als Mitglied einer Geheim[[sekte]]“ oder „... als [[Medikamentenmissbrauch|Medikamentenabhängigen]]“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsherkunft und -entwicklung ==&lt;br /&gt;
Outing umschrieb ursprünglich das erzwungene [[Coming-out]] öffentlicher Personen durch bekennende und politisch aktive [[Homosexualität|Homosexuelle]]. Die Praxis des „Outens“ ist vor dem Hintergrund der ''[[Act Up|Act-Up]]-Bewegung'' entstanden und wurde als bewusst provokative Aktion eingesetzt, um durch das Benennen von homosexuellen Prominenten diese dazu zu zwingen, sich auch in der Öffentlichkeit zu ihrer [[Homosexualität]] zu bekennen. Bekannte englischsprachige Outing-Ziele waren u.&amp;amp;nbsp;a. die Schauspielerin [[Jodie Foster]] oder der Popsänger [[Boy George]]. Outing wurde ausdrücklich nicht als [[Diffamierung]] verstanden, sondern als offensiver Befreiungsschlag der ''Gay Liberation Community'', der besonders homosexuelle Jugendliche dabei unterstützen sollte, ihr [[Selbstbewusstsein]] zu entwickeln sowie prominente [[Identifikationsfigur]]en zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In verschiedenen Teilen der europäischen Lesben- und Schwulenbewegung wurde diese Praxis kontrovers diskutiert. Ein gewichtiges Gegenargument war, niemandem stehe zu, über die Bereitschaft anderer zu befinden, ihre [[sexuelle Orientierung]] offenzulegen. Angesichts der eigenen Forderung, der Staat, also die Allgemeinheit, habe sich aus dem [[Privatleben]], der [[Privatsphäre]] herauszuhalten, sei es unvertretbar, dass Menschen mit Privilegierten unter den Mit-Diskriminierten gezielt so verfahren. Darauf präzisierte die britische Organisation ''[[OutRage!]]'' die Kriterien für ihre Vorgangsweise Mitte der [[1990er]] Jahre: zu outen seien demnach Prominente, die ihre eigene gleichgeschlechtliche Orientierung geheim halten, sich jedoch öffentlich [[Homophobie|homophob]] äußern oder verhalten – ob aus Neid auf andere, denen ein offenes Leben (leichter) möglich ist, oder zur Ablenkung. Das Argument beschrieb also sozusagen [[Verräter]] – das medial spektakulärste Beispiel waren Bischöfe. Die meisten Organisationen jedoch kamen nach eingehender Debatte (auch innerhalb der [[International Lesbian and Gay Association]]) zu dem Schluss, die Achtung der Privatsphäre müsse aus ethischen Erwägungen Vorrang haben, zudem solle nicht anderen Beispielen von Präzedenzfällen für die Aushöhlung von Menschenrechten gefolgt werden. &amp;lt;!-- was genau heißt das ?? --&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abgrenzung Fremd- und Selbstouting ===&lt;br /&gt;
Der Bericht eines auflagenstarken Magazins über eine punktuelle Outing-Aktion von vier österreichischen Bischöfen 1995 vermengte die Ausdrücke ''[[Coming-out]]'', ''Going Public'' (siehe ''[[Coming out#Coming-out als Prozess|äußeres Coming-out]]'') und ''Outing''. Dieser streng genommen falsche Wortgebrauch verbreitete sich im bestehenden Begriffsvakuum sehr schnell.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.hosiwien.at/haiderouting/hosi-reaktion/]&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den meisten deutschsprachigen Medien (z.B. österreichische Zeitungen, [[Österreichischer Rundfunk|ORF]], Spiegel) wurde Outing als Oberbegriff für alles verwendet – vom freiwilligen Deklarieren bis zum Geoutetwerden bzw. Bloßgestelltwerden. Da letzteres Seltenheitswert behielt, blieb der Begriff – in Widerspruch zum auch auf Englisch noch recht neuen Wortsinn – nunmehr mit dem freiwilligen Schritt verbunden. &lt;br /&gt;
So wurde der Schritt des regierenden Berliner Bürgermeisters [[Klaus Wowereit]] („… und das ist auch gut so!“) medial als Outing gewürdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verselbständigung des Begriffs ===&lt;br /&gt;
Nicht lange davor hatte sich der Terminus erst im englischen Sprachraum als [[Synonymie|Synonym]] dafür etabliert, andere Menschen öffentlich an den [[Pranger]] zu stellen, inzwischen aber bereits unabhängig vom Thema der Bloßstellung, und wurde in diesem Sinn von der Sensationspresse und den [[Boulevardzeitung|Boulevardmedien]] eingesetzt. Somit wirkten das Ausblenden des thematischen Zusammenhangs mit sexueller Orientierung einerseits und der Bloßstellung andererseits (auch das strahlte nach und nach auf den englischsprachigen Raum aus) zusammen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur bei präziserem Sprachgebrauch wird als Outing weiterhin die Veröffentlichung privater Gewohnheiten der Betroffenen zumindest gegen deren Willen, womöglich mit der Absicht einer gezielten Rufbeschädigung, bezeichnet. &lt;br /&gt;
&amp;lt;!--&lt;br /&gt;
So unscharf inzwischen das Wort, so zählebig die Praktiken der [[Regenbogenpresse]]. Hier sind beliebte Outing-Themen: sexuelle Vorlieben, der Gebrauch von (vor allem [[Legalität|illegalen]]) [[Droge]]n, [[Medikamentenmissbrauch]], der Besuch von [[Prostitution|Prostituierten]], Mitgliedschaften in so genannten [[Sekte]]n und [[Ehebruch|eheliche Untreue]]. --&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig von sexuellen Vorlieben oder von der [[Sexuelle Orientierung|sexuellen Orientierung]] wird der Begriff in einem gleichartigen Sinn – also gegenüber der Öffentlichkeit zu sich selbst zu stehen – auch häufig im Zusammenhang mit [[Transsexualität]] bzw. [[Transgender]] verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass auch das Bekanntwerden eines privaten Engagements im Bereich [[BDSM]] noch immer zu erheblichen beruflichen Problemen führen kann, zeigt exemplarisch der Outing-Fall des [[Überwachungs-, Verifikations- und Inspektionskommission der Vereinten Nationen|UN-Waffeninspekteurs]] [[Jack McGeorge]] im Jahr 2003.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Outing in Deutschland ==&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde diese umstrittene Praxis durch den Filmemacher [[Rosa von Praunheim]] praktiziert. Großes Aufsehen erregte dieser am 10. Dezember [[1991]], als er den Moderator [[Alfred Biolek]], den Komiker [[Hape Kerkeling]] und fälschlicherweise den Schauspieler [[Götz George]] in der [[RTL Television|RTL-plus]]-Sendung ''[[Explosiv – Der heiße Stuhl]]'' öffentlich als schwul bezeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn jemand wissentlich falsch behauptet, eine Person sei homosexuell, so gilt das in den [[Rechtsordnung]]en mehrerer Länder als Verleumdung (zu Deutschland siehe [[Verleumdung (Deutschland)|Verleumdung]] ({{§|187|stgb|juris}} [[Strafgesetzbuch (Deutschland)|StGB]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe auch: [[Persönlichkeitsrecht (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Begriff Outing in der englischen Sprache ==&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Outing'' bezeichnete in der [[Englische Sprache|englischen Sprache]] ursprünglich eine Exkursion, beispielsweise einen Schul- oder Firmenausflug, und wird bis heute meist in dieser originären Bedeutung verwendet. Erst seit Ende des [[20. Jahrhundert]]s kam die neue Bedeutung analog zum deutschen Begriff hinzu, und schließlich ebenso – zeitlich verzögert – ihre Verwässerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Harden-Eulenburg-Affäre]]&lt;br /&gt;
* [[Blomberg-Fritsch-Krise|Blomberg-Fritsch-Affäre]]&lt;br /&gt;
* [[Kießling-Affäre]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Skinner, Jody : ''Bezeichnungen für Homosexuelle im Deutschen. Band II – Ein Wörterbuch''. Die Blaue Eule, Essen 1999, ISBN 3-89206-903-4.&lt;br /&gt;
* Cory, Donald Webster: ''The Homosexual in America: A Subjective Approach.'' Greenfield, New York 1951.&lt;br /&gt;
* [[Wayne Dynes|Dynes, Wayne R.]] (Hrsg.) [http://williamapercy.com/pub-EncyHom.htm Encyclopedia of Homosexuality.] New York and London, Garland Publishing, 1990&lt;br /&gt;
* [[Larry Gross|Gross, Larry]]. ''Contested Closets: The Politics and Ethics of Outing'', University of Minnesota Press, 1993, ISBN 0816621799&lt;br /&gt;
* [[Warren Johansson|Johansson, Warren]] &amp;amp; [[William Percy|Percy, William A.]] [http://williamapercy.com/pub-Outing.htm ''Outing: Shattering the Conspiracy of Silence''], Harrington Park Press, 1994.&lt;br /&gt;
* [[Michelango Signorile|Signorile, Michelango]], ''Queer In America: Sex, Media, and the Closets of Power.'', 1993 ISBN 0299193748.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- == Weblinks == --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sexualität des Menschen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Homosexualität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:BDSM]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Homosexualität in der Politik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Richard Lenzen</name></author>	</entry>

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